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Berühmte Sätze, mit ihren Voraussetzungen nebeneinandergestellt: Eine Karte der Sätze, die meine Aufsätze benutzen

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Mathematik und Physik haben eine Reihe berühmter, felsenfester Sätze, etwa das Noether-Theorem oder den Satz von Gauß-Bonnet. Sie alle sagen Starkes, aber jeder gilt nur innerhalb seiner Voraussetzungen. Schaut man, was ohne eine Voraussetzung zerbricht, wird oft erst klar, was der Satz eigentlich sagt.

In meinen Aufsätzen schreibe ich immer auf, was man ändern muss, damit aus einer Sache eine andere wird (ich nenne es den Separator). Deshalb habe ich 38 berühmte Sätze ausgewählt, in sieben Gruppen geteilt und für jeden aufgeschrieben, was er sagt, was er voraussetzt und was ohne die Voraussetzungen zerbricht. Außerdem habe ich gezählt, wie viele meiner 1.097 Aufsätze den Satz im Haupttext nennen.

Die Sätze, die meine Aufsätze am häufigsten benutzen

Am häufigsten sind der Eulersche Polyedersatz (die Euler-Charakteristik) und der Satz von Gauß-Bonnet mit je 32 Aufsätzen. Danach kommt mein eigener Eindeutigkeitssatz mit 21 (65 Aufsätze zitieren diesen Aufsatz 01 in ihren Literaturangaben). 166 Aufsätze, 15,1 % aller, nennen mindestens einen der 38 Sätze.

Wie viele meiner Aufsätze die berühmten Sätze im Haupttext nennen
Abbildung 1. Anzahl meiner Aufsätze, die den Satz im Haupttext nennen. Orange markiert den Satz aus meinen eigenen Aufsätzen. Die Wörter rechts zeigen, zu welcher der sieben Gruppen unten er gehört.

Gezählt habe ich Aufsätze, deren Haupttext (vor den Literaturangaben) den Namen des Satzes nennt, nicht, wie tief sie ihn benutzen. Erwähnungen eines anderen Satzes mit gleichem Namen (etwa die Hurwitz-Schranke für Approximationen, der Satz von Liouville der Funktionentheorie oder das Bertrandsche Paradoxon) habe ich gelesen und herausgenommen. In den Haupttexten kommen insgesamt 215 verschiedene Namen der Form „Satz, Gesetz, Ungleichung oder Vermutung von jemandem“ vor.

1. Identitäten und Zählen: es muss so herauskommen

Sätze, nach denen beim Zählen von Zahlen oder Formen das Ergebnis erzwungen ist.

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Satz des Pythagoras (Antike; bewiesen in Euklids Elementen)Im rechtwinkligen Dreieck gilt a² + b² = c²eine flache Ebene (euklidische Geometrie)Auf einer Kugel wird die Hypotenuse kürzer: c² ist kleiner als a² + b²2 (904 · 1016)
Eulersche Identität (Euler, 1748)eiπ + 1 = 0die Exponentialfunktion auf komplexe Zahlen erweitern (eiθ = cos θ + i sin θ)Mit reellen Zahlen allein wird ex nie negativ0
Fundamentalsatz der Algebra (Gauß, 1799)Eine Gleichung n-ten Grades hat in den komplexen Zahlen n Lösungen (mehrfache mitgezählt)Lösungen in den komplexen Zahlen suchenMit reellen Zahlen allein hat x² + 1 = 0 keine Lösung1 (520)
Großer Fermatscher Satz (Wiles, 1995)Für n ab 3 gibt es keine positiven ganzen Zahlen mit xⁿ + yⁿ = zⁿpositive ganze Zahlen, n mindestens 3Für n = 2 gibt es unendlich viele, etwa 3² + 4² = 5²2 (642 · 1016)
Eindeutigkeitssatz (meine Aufsätze 01 und 08)Fällt eine Dichte in d Dimensionen mit der n-ten Potenz des Abstands, wiegt jede Schale nur für n = d − 1 gleich viel (2 in drei Dimensionen, 3 in vier)KugelsymmetrieIst die Form keine Kugel, hängt das Gewicht einer Schale von der Richtung ab21 (1 · 8 · 1097)

Die letzte Zeile ist ein Satz aus meinen eigenen Aufsätzen, ein Preprint ohne Peer-Review. Ich habe ihn hier eingereiht, um ihn mit demselben Maßstab zu messen wie die anderen (die Voraussetzungen und was ohne sie zerbricht).

2. Form: unverändert beim Verbiegen

Sätze über Eigenschaften, die sich nicht ändern, wenn man eine Form wie Gummi verbiegt oder dehnt (Topologie).

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Eulerscher Polyedersatz (Euler, 1750)Für ein Polyeder gilt Ecken − Kanten + Flächen = 2 (diese Zahl heißt Euler-Charakteristik)eine Form ohne Löcher (wie eine Kugel)Bei einem ringförmigen Polyeder wird sie 032 (128 · 224 · 1014)
Satz von Gauß-Bonnet (Gauß, 1827; Bonnet, 1848)Summiert man die Krümmung (Gauß-Krümmung) einer geschlossenen Fläche, ergibt sich 2π × Euler-Charakteristik (4π für eine Kugel)eine glatte geschlossene Fläche ohne RandMit Rand muss die Krümmung des Randes hinzukommen32 (91 · 316 · 1050)
Satz von Poincaré-Hopf (Poincaré, 1880er; Hopf, 1926)Auf einer geschlossenen Fläche summieren sich die Indizes der Haltepunkte einer Strömung (eines Vektorfelds) zur Euler-Charakteristikgeschlossene Fläche ohne Rand, vereinzelte HaltepunkteMit Rand braucht man eine Bedingung an die Richtung der Strömung am Rand11 (67 · 128 · 316)
Satz vom Igel (Poincaré, 1885; Brouwer, 1912)Man kann die Haare auf einer Kugel nicht glatt kämmen, ohne irgendwo einen Wirbel zu lasseneine Sphäre gerader Dimension (etwa die gewöhnliche Kugeloberfläche)Auf einem Torus, einem Kreis oder der dreidimensionalen Sphäre geht es4 (67 · 115 · 128)
Fixpunktsatz (Brouwer, 1911, und andere)Eine stetige Abbildung einer Kreisscheibe in sich selbst lässt immer einen Punkt an seinem Platzstetig, eine geschlossene Form ohne LöcherBei einem Ring (einer Form mit Loch) bewegt schon eine Drehung jeden Punkt5 (161 · 622 · 1073)
Poincaré-Vermutung (gestellt 1904; gelöst von Perelman, 2002–2003)Eine geschlossene dreidimensionale Form, in der sich jede Schleife zusammenziehen lässt, hat dieselbe Form wie die dreidimensionale Sphäregeschlossen, jede Schleife lässt sich auf einen Punkt zusammenziehenLässt sich eine Schleife nicht zusammenziehen (wie beim dreidimensionalen Torus), ist es eine andere Form11 (7 · 8 · 1003)
Vier-Farben-Satz (Appel und Haken, 1976)Vier Farben genügen, um eine Landkarte in der Ebene so zu färben, dass Nachbarn verschieden sinddie Ebene (oder die Kugel), jedes Land zusammenhängendAuf einem Torus brauchen manche Karten sieben Farben2 (303 · 538)
Jordanscher Kurvensatz (Jordan, 1887)Eine geschlossene Kurve in der Ebene, die sich nicht selbst schneidet, teilt die Ebene in ein Innen und ein Außendie EbeneAuf einem Torus gibt es Schleifen, die ihn nicht in zwei Teile teilen0
Euler-Charakteristik und gesamte Krümmung für Kugel, Torus und eine Fläche mit zwei Löchern
Abbildung 2. Der Satz von Gauß-Bonnet. Die gesamte Krümmung hängt nur von der Zahl der Löcher ab. Die 4π der Kugel ist eine Zahl, die in meinen Aufsätzen oft vorkommt.

3. Krümmung und Integrale: von innen messen, Inneres und Rand verbinden

Sätze, die die Krümmung einer Fläche oder eines Raums von innen messen, und Sätze, die das Geschehen im Inneren mit dem am Rand verbinden.

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Theorema egregium (Gauß, 1827)Die Gauß-Krümmung einer Fläche ist allein durch Längenmessungen in der Fläche bestimmt (ohne Blick von außen)Gauß-Krümmung (das Produkt der Krümmungen in zwei Richtungen)Die mittlere Krümmung lässt sich nicht ohne Blick von außen bestimmen; rollt man ein Blatt Papier, bleibt seine Gauß-Krümmung 05 (91 · 158 · 409)
Divergenzsatz und Satz von Stokes (Gauß, 1813; Ostrogradski, 1826; Kelvin und Stokes, 1850–1854)Was innen insgesamt entspringt, ist gleich dem, was insgesamt durch den Rand austrittein glattes Feld und ein Gebiet mit RandGibt es innen einen singulären Punkt (etwa eine Punktladung), muss er gesondert gezählt werden8 (35 · 92 · 912)
Gaußsches Gesetz (Lagrange, 1773; Gauß, 1835)Das gesamte elektrische Feld durch eine geschlossene Fläche ist proportional zur Ladung im Innereneine Kraft, die mit dem Quadrat des Abstands abfällt (in drei Dimensionen)Ohne das Quadrat ändert sich die Summe mit der Größe der Fläche18 (1 · 2 · 1082)
Isoperimetrische Ungleichung (seit der Antike bekannt; strenge Beweise im 19. Jahrhundert)Bei gleichem Umfang umschließt der Kreis die größte Flächeeine flache EbeneAuf einer gekrümmten Fläche nimmt die Schranke eine andere Form an3 (205 · 326 · 1007)
Atiyah-Singer-Indexsatz (Atiyah und Singer, 1963)Die Differenz der Lösungszahlen, gezählt mit einer Differentialgleichung, ist allein durch die Form (Topologie) bestimmtein elliptischer Differentialoperator auf einer kompakten MannigfaltigkeitMit Rand braucht man eine Korrektur vom Rand (die η-Invariante)13 (70 · 128 · 1058)

Das „nur beim Quadrat“ des Gaußschen Gesetzes ist dieselbe Stelle wie mein Eindeutigkeitssatz (n = 2 in drei Dimensionen), von der anderen Seite gesehen. Der Satz von Gauß-Bonnet ist im Atiyah-Singer-Indexsatz als Spezialfall enthalten.

4. Symmetrie und Erhaltung: wenn sich nichts ändert, bleibt etwas erhalten

Sätze, nach denen etwas erhalten bleibt, wenn eine Änderung die Gesetze gleich lässt (eine Symmetrie).

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Noether-Theorem (Noether, 1918)Zu jeder stetigen Symmetrie, die die Wirkung nicht ändert, gehört eine Erhaltungsgrößeein System, dessen Bewegung aus einer Wirkung (Lagrange-Funktion) folgt, eine stetige SymmetrieMit Reibung bleibt nichts erhalten; bei Symmetrien, die von Ort zu Ort verschieden sind (Eichsymmetrien), erhält man Identitäten statt Erhaltungssätze (zweites Theorem)17 (80 · 107 · 310)
Satz von Liouville (Liouville, 1838)Das Volumen im Raum aus Orten und Impulsen (Phasenraum) ändert sich mit der Zeit nichtein System ohne Reibung (ein Hamilton-System)Mit Reibung schrumpft das Volumen17 (77 · 78 · 135)
Goldstone-Theorem (Nambu, 1960; Goldstone, 1961; allgemeiner Beweis 1962)Bricht eine stetige Symmetrie spontan, erscheint eine masselose Welle (ein Teilchen)eine überall gleiche (globale) SymmetrieMit einem Eichfeld wird das Teilchen aufgesogen und schwer (Higgs-Mechanismus)2 (175 · 286)
Spin-Statistik-Theorem (Fierz, 1939; Pauli, 1940)Teilchen mit halbzahligem Spin können keinen Zustand teilen (Fermionen), Teilchen mit ganzzahligem Spin können sich sammeln (Bosonen)relativistische Quantenfeldtheorie, dreidimensionaler RaumIn einer zweidimensionalen Welt sind Zwischenformen (Anyonen) möglich2 (112 · 1087)
CPT-Theorem (Schwinger, 1951; Lüders, 1954; Pauli, 1955)Vertauscht man Teilchen und Antiteilchen, spiegelt den Raum und lässt die Zeit rückwärts laufen, alles zusammen, bleiben die Gesetze gleichlokale, relativistische QuantenfeldtheorieFür nicht relativistische Theorien gibt es diese Garantie nicht0

Im Noether-Theorem gehört zu dem, was sich ändern darf, ohne dass sich die Gesetze ändern, eine Erhaltungsgröße:

Was sich ändern darf, ohne dass sich die Gesetze ändern (Symmetrie)Erhaltungsgröße
die Zeit verschiebenEnergie
den Ort verschiebenImpuls
die Richtung drehenDrehimpuls
die Phase einer Quantenwelle drehenelektrische Ladung

5. Eindeutigkeit: unter diesen Bedingungen nur dies

Sätze, nach denen die Antwort auf eine (oder wenige) festliegt, sobald die Bedingungen gesetzt sind.

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Satz von Stone-von Neumann (Stone, 1930; von Neumann, 1931)Es gibt im Wesentlichen nur eine Darstellung der quantenmechanischen Vertauschungsrelation von Ort und Impulsendlich viele Freiheitsgrade, irreduzibel, stark stetig (Weyl-Form)Bei unendlich vielen Freiheitsgraden (Quantenfeldtheorie) gibt es viele Darstellungen, die sich nicht ineinander überführen lassen1 (127)
Satz von Hurwitz (Hurwitz, 1898)Zahlsysteme, in denen man unter Erhalt der Länge multiplizieren und dividieren kann, gibt es nur in den Dimensionen 1, 2, 4 und 8 (reelle Zahlen, komplexe Zahlen, Quaternionen, Oktonionen)Division möglich, Längen multiplizieren sichIn 16 Dimensionen (Sedenionen) können zwei Zahlen ungleich 0 das Produkt 0 haben3 (114 · 115 · 231)
Satz von Bertrand (Bertrand, 1873)Die einzigen Zentralkräfte, bei denen sich jede Bahn schließt, sind die Anziehung mit dem Abstandsquadrat und die Federkrafteine Kraft zum Zentrum, alle gebundenen BahnenBei anderen Kräften dreht sich die Bahn langsam weiter (Präzession)11 (15 · 28 · 1072)
Fünf platonische Körper (Euklids Elemente)In drei Dimensionen gibt es nur fünf regelmäßige Polyeder: Tetraeder, Würfel, Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaederdrei Dimensionen, ohne Dellen (konvex)In vier Dimensionen gibt es sechs Arten, ab fünf Dimensionen drei3 (114 · 209 · 224)
Satz von Gleason (Gleason, 1957)Quantenwahrscheinlichkeiten lassen sich nur als Quadrat der Größe der Welle zuordnen (Bornsche Regel)drei Dimensionen oder mehr, eine Zuordnung unabhängig davon, wie Messungen gruppiert werdenIn zwei Dimensionen (ein Qubit) sind andere Zuordnungen möglich11 (11 · 71 · 157)

6. Muster in Zahlen und Zufall: was sich zeigt, wenn man viele sammelt

Regeln, die sich zeigen, wenn man viele Primzahlen oder viele zufällige Schwankungen sammelt.

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Primzahlsatz (Hadamard und de la Vallée Poussin, 1896)Die Anzahl der Primzahlen bis x ist ungefähr x ÷ ln xgroßes x (das Verhältnis nähert sich 1)Für kleine x ist die Abweichung deutlich3 (6 · 769 · 1018)
Dirichletscher Satz über arithmetische Progressionen (Dirichlet, 1837)Haben a und d keinen gemeinsamen Teiler, enthält a, a + d, a + 2d, … unendlich viele Primzahlena und d ohne gemeinsamen TeilerMit gemeinsamem Teiler erscheint höchstens eine Primzahl0
Satz von Green-Tao (Green und Tao, 2004 vorgestellt, 2008 veröffentlicht)Die Primzahlen enthalten beliebig lange arithmetische Progressionenendliche Länge (beliebig lang)Keine arithmetische Progression aus Primzahlen geht ewig weiter0
Zentraler Grenzwertsatz (von de Moivre, 1733, über Laplace, 1812, bis Ljapunow, 1901)Addiert man viele unabhängige Schwankungen, nähert sich die Verteilung der Summe der Normalverteilung (der Glockenkurve)unabhängig, endliche StreuungBei Schwankungen mit unendlicher Streuung (etwa der Cauchy-Verteilung) entsteht keine Normalverteilung3 (187 · 190 · 655)

7. Was unmöglich ist: Grenzen klar benennen

Sätze, die sagen: Wie man es auch versucht, das geht nicht. Eine klare Grenze macht auch klar, was möglich ist.

Satz (wer, wann)InhaltVoraussetzungenOhne die VoraussetzungenMeine Aufsätze
Gödelscher Unvollständigkeitssatz (Gödel, 1931)Ein widerspruchsfreies System, das die Arithmetik der natürlichen Zahlen enthält, hat Aussagen, die es weder beweisen noch widerlegen kannenthält Arithmetik, widerspruchsfrei, Axiome maschinell aufzählbarManche Systeme, etwa die elementare Geometrie der reellen Zahlen, entscheiden jede Aussage3 (189 · 259 · 525)
Arrow-Theorem (Arrow, 1951)Bei drei oder mehr Optionen erfüllt kein Verfahren, Stimmen zusammenzufassen, ein paar einfache Fairnessbedingungen zugleichdrei oder mehr Optionen, nur RangfolgenBei zwei Optionen erfüllt die Mehrheitsregel die Bedingungen1 (184)
Bellsches Theorem (Bell, 1964)Verfahren, die die Ergebnisse an jedem Ort vorab festlegen (lokale verborgene Variablen), erzeugen die Quantenkorrelationen nicht (2√2 beim CHSH-Wert; ihre Grenze ist 2)Lokalität, freie Wahl der MessungTheorien, in denen entfernte Orte direkt verbunden sind, können sie erzeugen6 (160 · 227 · 1062)
Kochen-Specker-Theorem (Kochen und Specker, 1967)Man kann nicht annehmen, dass alle Größen schon vor der Messung Werte haben, unabhängig davon, wie Messungen gruppiert werdendrei Dimensionen oder mehrIn zwei Dimensionen geht es3 (11 · 41 · 71)
No-Cloning-Theorem (Wootters und Zurek; Dieks, 1982)Ein unbekannter Quantenzustand lässt sich nicht exakt kopierender Zustand ist vorher unbekanntEin fester Satz orthogonaler Zustände lässt sich kopieren1 (281)
Kanalkodierungstheorem (Shannon, 1948)Unterhalb der Kanalkapazität lassen sich Daten mit beliebig wenigen Fehlern senden, oberhalb nichtlange Codes sind möglichBei kurzen Codes bleiben Fehler2 (163 · 536)

Wie die Sätze zusammenhängen

Die sieben Gruppen stehen nicht getrennt. Die Euler-Charakteristik steckt sowohl im Satz von Poincaré-Hopf als auch im Satz von Gauß-Bonnet, und Gauß-Bonnet weitet sich zum Atiyah-Singer-Indexsatz. Der Satz vom Igel folgt aus dem Satz von Poincaré-Hopf. Wendet man den Divergenzsatz auf das elektrische Feld an, erhält man das Gaußsche Gesetz, und sein „nur beim Quadrat“ ist der Ort meines Eindeutigkeitssatzes.

Wie berühmte Sätze zusammenhängen
Abbildung 3. Wie die Sätze zusammenhängen. Pfeile sind Beziehungen mit Richtung, etwa „verallgemeinert“ oder „folgt daraus“; Linien sind Beziehungen ohne Richtung. Orange markiert den Satz aus meinen eigenen Aufsätzen.

Die beiden Paare in der rechten Spalte haben die Gestalt eines Separators. Erhöht man im Satz des Pythagoras das Quadrat auf einen Kubus oder höher, verschwinden nach dem Großen Fermatschen Satz die Lösungen. Der Dirichletsche Satz sagt, dass eine arithmetische Progression unendlich viele Primzahlen enthält, aber nicht, dass alle ihre Glieder Primzahlen sind; der Satz von Green-Tao antwortet, dass Progressionen aus lauter Primzahlen beliebig lang sein können, und behält die Voraussetzung, dass sie nicht ewig weitergehen.

Zeitleiste

Eine Zeitleiste der 38 Sätze
Abbildung 4. Eine Zeitleiste der 38 Sätze. In Klammern die Gruppe; Antikes steht am linken Rand.

Viele Sätze über Krümmung und Integrale stammen aus dem 19. Jahrhundert, viele über Symmetrie und die Quantenwelt aus dem 20. Der jüngste, der Satz von Green-Tao, wurde 2004 vorgestellt.

Berühmte Sätze, die ich noch nicht benutzt habe

Fünf der 38 nennt noch keiner meiner Aufsätze im Haupttext: die Eulersche Identität, den Jordanschen Kurvensatz, das CPT-Theorem, den Dirichletschen Satz über arithmetische Progressionen und den Satz von Green-Tao. Bei jedem ist klar, was ohne seine Voraussetzungen zerbricht; ich bewahre sie als Samen für künftige Aufsätze auf.

Über diesen Artikel

Dieser Artikel behauptet keinen neuen Satz. Die Inhalte der Sätze habe ich zur besseren Lesbarkeit verkürzt; ihre genaue Form findet sich in den Originalquellen oder in Lehrbüchern. Namen und Jahre habe ich mit Enzyklopädien und den Angaben der Originalarbeiten abgeglichen. Die Zahlen meiner Aufsätze wurden maschinell über die Haupttexte von 1.097 Aufsätzen gezählt; Erwähnungen eines anderen Satzes mit gleichem Namen habe ich gelesen und herausgenommen. Der Eindeutigkeitssatz stammt aus meinen eigenen Aufsätzen, und alle meine Aufsätze sind Preprints ohne Peer-Review (die Seiten sind auf Japanisch, die PDFs der Aufsätze auf Japanisch und Englisch).

Die früheren Artikel „Eine Karte der Abstandsquadratgesetze“ und „Summiert man die Punkte auf Millimeterpapier, hängt das Ergebnis von der Form ab“ sind mit demselben Maßstab geschrieben: Was muss man ändern, damit aus einer Sache eine andere wird?